Gastronom entlässt 9 Auszubildende und Angestellte
Eine Auseinandersetzung zwischen Mitarbeitern und dem Eigentümerehepaar eines Hotels beschäftigt die Behörden. Anfang März kündigte der Hotelchef 9 Auszubildenden und Angestellten,weil sie im Internet gegen das Hotel gehetzt und Sabotageakte erwogen haben sollen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen. Die Angestellten sollen angeblich “Strategien” für Sabotage-Akte gegen das Hotel erwogen haben - dies sei in einem eigenen Forum innerhalb des Studenten-Internetportals “StudiVZ” geschehen. Über schlechte Arbeitsbedingungen und Entgelt soll dort auch diskutiert worden sein. Darüber hatte die RBB-Nachrichtensendung “Brandenburg aktuell” am Donnerstagabend berichtet. Der Münchner Anwalt des Hotelier-Paares zitierte aus dem Forum namens “Der Storch muss hängen” - der Vogel ist das Markenlogo des Hotels - folgende Passagen. “Wie wär’s mit Abfackeln … Ach nee das bringt ja nichts”. Am Forum haben sich nach Angaben des Anwalts rund 50 Mitarbeiter des Hotels beteiligt. Auf der Seite, die mittlerweile nicht mehr in dieser Form im Internet existiert, soll es nach Aussagen des Anwalts außerdem den Hinwies gegeben haben “Ihr habt doch schon die Sache mit dem Reizgas durchgezogen”. Laut Anwalt war es Anfang Dezember 2007 aus bislang unbekannten Gründen zum Austritt eines bislang unbekannten Gases im Hotel gekommen. Damals litten 43 Personen unter Symptomen wie Übelkeit, Schwindel und erhöhtem Pulsschlag. Am 3. März hatte eine Mitarbeiterin des Hotels das Forum entdeckt und ihrem Hotelchef gemeldet. Der hatte sich daraufhin zu den Kündigungen entschlossen. Der Anwalt des Hoteliers räumte im Gespräch ein, dass die Kündigungen auf Basis von Verdachtsmomenten “arbeitsrechtlich problematisch” seien. Zuvor hätten die Beschuldigten die Chance bekommen, sich zur Sache zu äußern. Der Hotelchef habe dann jedoch seine Bedenken gegen die Kündigung zurückgestellt - es sei ihm wichtiger gewesen, die Risiken für Gäste und Mitarbeiter zu verringern. Niemand könne ausschließen, dass die diskutierten “Strategien” umgesetzt werden sollten. Einer der gekündigten Mitarbeiter versicherte, das Forum im Internet sei nur Spaß gewesen. Die beleidigenden Äußerungen bezögen sich auf die Bezahlung in der Firma und auf die schlechten Arbeitsbedingungen. Die neun Auszubildenden und Fachkräfte haben gegen die Kündigung mittlerweile Widerspruch beim Arbeitsgericht eingelegt.