Hotel als Wohnsitz.
Wenn Berühmtheiten sich im Hotel ihr zuhause einrichten.
Seit nun mehr 13 Jahren lebt der Rockkünstler Udo Lindenberg unter der Adresse:
Hotel „Atlantic Kempinski Hamburg“, An der Alster 72-79. „Suite 212“.
Zum Einzug brachte er damals vier Kartons mit persönlichen Habseligkeiten mit,
mittlerweile haben neue Möbel und Accessoires bis hin zum Großbildfernseher dazugesellt
ein ganz privates Ambiente geschaffen. Lindenberg genießt augenscheinlich die Vorzüge des Hotels:
„Die Schönheit des Hauses, die hohen Räume ermöglichen hohes Denken“, schwärmt er.
Auch wenn der Hype um Lindenberg im „Atlantic“ momentan extrem hohe Medienwellen schlägt:
Das Hotel ist über seinen Dauerbewohner überglücklich.
„Eine bessere PR als Udo kann man sich gar nicht wünschen“,
bringt es eine Sprecherin auf den Punkt. Auf solche Gäste legt man dann freilich besonderen Wert;
gewährt Spezialrabatte, wimmelt lästige Fans ab, reserviert auf Dauer eine eigene Nische im Restaurant
und lässt nebst Lindenberg auch Komiker Helge Schneider samt Drogenhund für das Video zum neuen Song
„Chubby Checker“ durchs rennt. Die Nummer ist zum Schießen, und wiederum entpuppt sich Udo, wie ihn alle hier nennen, als perfekter Hotelbotschafter. Auch andere Prominente erkannten den Charme, kein eigenes Domizil zu bewohnen, sondern ein Hotel,
in dem täglich der Room-Service das Zimmer reinigt, man nur den Concierge anrufen muss,
um kaputte Glühbirnen wechseln zu lassen und zugleich garantiert ist, dass man jederzeit unter Leute kommt.
Wer aktuell als Dauermieter im Hotel wohnt, ist schwer zu erfahren. Diskretion heißt das oberste Gebot,
und selbst wenn der Ruhm auf das Hotel eines prominenten Dauerbewohners abfällt: Es bringt auch Schwierigkeiten mit sich.
Von aufdringlichen Fans und Fotografen könnten sich schließlich auch andere Hotelgäste belästigt fühlen.
Und: Derjenige Dauergast, dessen Vertrauen durch allzu geschwätziges Personal zerstört ist,
zieht nicht nur schnell wieder aus, sondern das Image geht auch nach unten.