Blind Date - Blumen - Blumengießen
Das Lexikon der Männerwelt
B
Blind Date - Blumen - Blumengießen
Blind Date
Blind Dates initiieren nur Männer, die Nasenringe tragen und sich mit ihrem illegal importierten Skunk zu Tode langweilen. Überlegen Sie sich dreimal, ob Sie solche Männer kennen lernen wollen.
Blumen
Blumen sind für die meisten Männer ein echtes Problem. Nahezu alle Frauen freuen sich über einen gelegentlichen Blumenstrauß, dies wissen nahezu alle Männer, aber nahezu alle Männer scheuen den Gang in ein Blumengeschäft wie der Teufel das Christkind. Und werden wegen ihrer dauerhaften Missachtung eines elementaren weiblichen Bedürfnisses von regelmäßig auftretenden, aber folgenlosen Gewissensbissen geplagt. Der Mann fühlt sich zwischen Fresien, Anemonen und Gerbera einfach deplatziert. Tritt er schon mal den schweren Gang zum Floristen an, quälen ihn kiebig dreinblickende Verkäuferinnen mit bohrenden Fragen: Ein bunter Sommerstrauß oder eher Ton in Ton? Mit oder ohne Schleierkraut? Aufgebunden oder locker gesteckt? Woher soll er das wissen? Ihm sind alle Blumen gleich. Aber seiner Frau nicht. Und der soll er schließlich eine Freude machen. Hasst sie nicht Nelken, weil ein Ex sie immer mit dieser sozialdemokratischen Schnittblume bedachte? Aber erstreckt sich diese Abneigung auch auf hellgelbe? Die sähen mit den Blauen da hinten doch ganz gut aus. Würden auch zu den Gardinen passen. Oder doch ganz klassisch Rosen?
Schon meldet sich die Verkäuferin wieder zu Wort: Wie viel der Strauß denn kosten darf? Nicht zu viel. Aber auch nicht zu wenig. Schließlich möchte er nicht als Geizhals gelten. Schlussendlich überlässt der Mann die Auswahl der Verkäuferin und verlässt taumelnd den Laden. Jetzt bloß keinem Freund begegnen. Die Frau freut sich tatsächlich über die Blumen. Der Mann fühlt sich, als ob er im ersten Anlauf das Abitur bestanden hätte, aber das peinliche Gefühl, etwas gänzlich Unmännliches getan zu haben, verlässt ihn nicht. Blumenkauf und -übergabe fallen prompt der Verdrängung anheim. Und beim nächsten Mal steht er wieder wie ein Depp im Blumenladen.
Blumengießen
Kaum ein Mann kann Blumen gießen. Wenn Blumen liebende Frauen für ein paar Tage verreisen, können sie sich darauf gefasst machen, dass ihre in jahrelanger Züchtungs-, Umtopf- und Okulationsarbeit gezogene Geraniensammlung jämmerlich an Wassermangel eingehen wird. Gießt er die Blumen doch, dann gründlich: Sie werden ertränkt. In aller Unschuld. Schließlich hätte sie ihm genau aufschreiben müssen, welche Blumen wie viel Zehntelliter Wasser brauchen. Anstatt sich in vagen Andeutungen über das Verhältnis von Sonneneinfall und Transpiration zu ergehen, das wiederum bei jedem Kraut individuell und in Abhängigkeit von Lichtempfindlichkeit, Knospen- und Blütenstand sowie Standort variiere. Auch die Empfehlung bei Unsicherheit über die richtige Dosis H2O mit dem Zeigefinger vorsichtige Bohrungen im Erdreich von Töpfen, Wannen und Blumenampeln vorzunehmen, führt beim Mann zwar zu unangenehm feuchtdreckigen Fingern und Torfflecken auf dem Teppich, aber kaum zu eindeutigen Diagnosen über den Wasserbedarf sensibler Pflanzen. Unverständlich ist, dass es immer noch keine spezielle Pflanzen-Haftschutz-Versicherung für Männer gibt, die die Verantwortung für die Pflanzen ihrer Frau zeitweise übernehmen müssen. Als Trost bleibt ihnen eins: Bis heute erwartet keine Frau von einem Mann, dass er in ihrer Abwesenheit mit ihren Blumen spricht.